Stephan Schillerwein von Infocentric Research hat den Intranet SUMMIT 2010 maßgeblich mitgestaltet und moderiert. Im Gespräch mit Björn Negelmann hat er ein Resümee zur Veranstaltung gegeben:
Laut Stephan befindet sich das Intranet momentan am Scheideweg:
In vielen Unternehmen wird es bislang hauptsächlich zur Kommunikation und Bereitstellung von Informationen genutzt. Dieser aktuelle Status des Mauerblümchens ist häufig geprägt von wenig Akzeptanz, kaum Relevanz im Unternehmen und geringem Backing durch die Geschäftsführung. Hier ist allmählich ein Wandel zu verzeichnen - hin zu Web 2.0 Elementen, kollaborativen Tools, Prozessunterstützung etc. Das Intranet wird Schritt für Schritt zu dem, was es immer schon sein sollte: ein unerlässliches Arbeitsmittel und geschäftskritisches Instrument.
Das Gute daran: Der (Scheide)Weg hin zu dieser positiven Entwicklung steht dem Unternehmen immer offen. Man kann sich zu jedem Zeitpunkt entscheiden, die Sackgasse zu verlassen und auf die Überholspur zu wechseln, um dann die Potenziale des Intranets Schritt für Schritt zu entfalten.
Beim Intranet SUMMIT 2010 hat Björn Negelmann ein Interview mit Mathias Zimmermann, Beratungsleiter beim Veranstaltungssponsor btexx business technologies GmbH, geführt. Im Mittelpunkt stand dabei die Zukunft des Intranets und die Entwicklung der Intranet Konzepte.
Mathias Zimmermann fasste die Herausforderungen für kollaborative Umgebungen dabei in drei Punkten zusammen:
Mitarbeiter: Man muss diese in großer Zahl dazu bewegen, die Tools anzunehmen und zu nutzen. Dafür ist eine einfache Usability à la Facebook entscheidend
Unternehmenskultur: Ihre Bestandteile wie Organisation, Internationalität, Altersstruktur, etc. und deren Einfluss auf die Einführung von kollaborativen Plattformen fürfen nicht außer Acht gelassen werden
Innere Haltung: Wissen gerne zu teilen ist eine Einstellung, die wir erst noch erlernen und verinnerlichen müssen
Folgende Intranettrends für die Zukunft wurden im Gespräch genannt:
Das Intranet als zentraler Wissensarbeitsplatz, der dem Mitarbeitern alle Serivces zur Verfügung stellt, die er für die tägliche Arbeit braucht (z. B. Dokumente, Informationen, Kollaborationstools, etc.)
Zugriff auf Unternehmensdaten über mobile Endgeräte (z. B. um Workflows zu genehmigen)
Nutzung und Integration von externen Services ins Firmenintranet (z. B. Übersetzungstools)
Mehrwert durch das semantische Web, bei dem vorhandene Informationen maschinell neu bewertet und strukturiert werden und so Kontextinformationen schaffen, die vorher nicht erkennbar waren